FACHBEITRAG · KERN IoP

Produktionsstillstände mit Maschinen- und Instandhaltungsdaten untersuchen

Welche Daten vor, während und nach einem Stillstand helfen, Produktion, Instandhaltung und Zuverlässigkeit zu verknüpfen und Ausfälle eindeutig einzuordnen.

Um einen Stillstand zu verstehen, sind Angaben über Beginn und Ende erst der Ausgangspunkt. Für die Bewertung seiner Wirkung auf die Produktion sollte rekonstruiert werden, wie die Anlage zuvor arbeitete, welche Eingriffe erfolgten und unter welchen Bedingungen sie wieder anlief.

Instandhaltungsauftrag und Betriebsaufzeichnung beantworten unterschiedliche Fragen

Ein Instandhaltungsmanagementsystem (CMMS) erfasst Meldungen, weist Verantwortlichkeiten zu und dokumentiert Arbeiten, Ersatzteile und Abschlussdaten. Maschinen-, Sensor- und Bedieneraufzeichnungen beschreiben das Anlagenverhalten während der Produktion, im Wartezustand und bei Stillstand. Die Verknüpfung beider Quellen über Anlage und Zeitstempel erleichtert die Bewertung eines Eingriffs. Beobachtete Veränderungen und bestätigte Ursachen bleiben dabei getrennt nachvollziehbar.

Fünf hilfreiche Aufzeichnungen zur Untersuchung eines Stillstands

  • Kennzeichnung der Anlage und des gefertigten Produkts.
  • Die letzten vor dem Stillstand erfassten Zyklen, Zustände und Ereignisse.
  • Zeitpunkt der Erkennung, Beginn der Arbeiten und Rückkehr in den Betrieb.
  • Durchgeführte Maßnahme und von der Instandhaltung dokumentierte Ursache, getrennt von der anfänglich vermuteten Ursache.
  • Verhalten nach dem Wiederanlauf und erneutes Auftreten des Problems.

Stillstände nach ihrer Ursache einordnen

Eine Maschine kann wegen Materialmangels, logistischer Wartezeiten, eines Produktwechsels, geplanter Arbeiten oder eines Funktionsausfalls stehen. Eine festgelegte Ereignisklassifikation ist erforderlich, um daraus vergleichbare Verfügbarkeits- und Zuverlässigkeitskennzahlen zu bilden.

Was vor der Berechnung von MTBF oder MTTR festzulegen ist

Definieren Sie, welche Ereignisse als Ausfall zählen, welchen Zeitraum Sie betrachten und was „betriebsfähige Anlage“ bedeutet. Für MTBF sind eine einheitliche Erfassung der Betriebszeit und der Ausfallzahl nach den vereinbarten Kriterien erforderlich. Für MTTR werden die zugehörigen Reparaturzeiten nach denselben Kriterien benötigt. Unterschiedliche Definitionen können für dieselbe Anlage unterschiedliche Werte ergeben, obwohl die zugrunde liegenden Aufzeichnungen konsistent sind.

Einen Eingriff anhand von Daten überprüfen

Vergleichen Sie nach einem Eingriff gleichwertige Betriebsbedingungen und prüfen Sie, ob das Verhalten bestehen bleibt. Eine Verbesserung kann sich in weniger Stillständen, kürzeren Unterbrechungen oder einem stabileren Zyklus zeigen. Ihre Bestätigung erfordert ausreichende Aufzeichnungen über einen festgelegten Zeitraum und reicht über den Eindruck der nächsten Schicht hinaus.

Für die Anwendung im Betrieb siehe Instandhaltung und Produktion.

Der Leitfaden Tatsächliche Betriebsstunden und Ausfälle erläutert die Kriterien für MTBF und MTTR; KERN IoP | MONITOR zeigt die Auswertung historischer Daten, sofern diese Signale integriert sind.

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